Wer macht das Rennen?

Wilfried Albishausen Dienstag, 23. November 2021 von Wilfried Albishausen

Auf ein Wort...

Wer macht das Rennen???

23.11.2021 - Nun hat es die CDU doch "gewagt", den Mitgliedern ein gewichtiges Mitspracherecht bei der Wahl ihres Parteivorsitzenden zuzutrauen. Hat gar nicht weh getan und trägt dem basisdemokratischen Gedanken Rechnung. Gut so, sogar sehr gut. Dass nun drei Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen haben, ist sicher für die meisten Parteimitglieder auch kein Problem. Immerhin hatte die CDU eine sehr lange Zeit Angela Merkel nicht nur als Vorsitzende, sondern auch als Bundeskanzlerin. Da darf dann, liebe Kritiker - meist nicht mal aus der Partei - auch ruhig mal wieder ein Mann an die Spitze der Partei.

(Foto: © CDU/Tobias Koch)

Kaum haben Merz, Röttgen und Braun ihren Hut in den Ring geworfen, schießen sich die üblichen "Verdächtigen" (mehrheitlich wohl "Nichtmitglieder") auf die Herren ein. Der eine zu sehr "Merkelianer", der andere zu "hochtrabend intellektuell" wirkend und der Dritte "zu alt". Einige Kritiker meinen sogar, er sei ewig gestrig. Ok, kann man so sehen, muss man aber nicht. Die allgemeine Lebenserfahrung zeigt doch, dass derjenige am meisten bekämpft wird, vor dem man die größte Angst hat. Und da kommt Friedrich Merz doch sehr gut weg. Sie mögen ihn nicht, die "Linken", die Grünen und offensichtlich auch eine breite Masse an Journalisten, denen in der Berichterstattung zurzeit einiges an Beherrschung abverlangt wird, um wenigstens nicht beleidigend zu werden. Interviews, die gerne auch mit "Grillen" bezeichnet werden, sind mit Friedrich Merz schwierig. Politisch, beruflich und gesellschaftlich viel zu erfahren, um sich von plumpen Versuchen, ihn hinter die Fichte zu führen, beeindrucken zu lassen. Argumente, Merz sei "rückwärtsgewandt" oder gar aus der Zeit gefallen, sind ganz einfach scheinheilig.

Hier eine kleine Kostprobe aus Zeit Online vom 22.11.2021 mit dem Titel "Buh!":

..."Weil Merz, konservativ und Protagonist der Neoliberalisierung der CDU, damit ein Gegengewicht an der Parteispitze bekäme. Merz nimmt sich also mit dieser Personalie selbst ein bisschen das Gruselpotenzial, das er bei vielen in der Partei, aber besonders beim ganzen Rest des Landes noch immer hat..."

Woher der Autor (Ferdinand Otto, Redakteur im Ressort Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, ZEIT ONLINE) seine Weisheit nimmt, Merz habe Gruselpotenzial bei "vielen" in der Partei und beim "ganzen Rest des Landes", bleibt allein sein Geheimnis oder ist hier offenbar der "Wunsch Vater des Gedankens"...

Solche Behauptungen stellen dieselben Menschen auf, die gleichzeitig beklagen, die CDU sei keine Volkspartei mehr und kopiere Strömungen der anderen Parteien. Das war in den letzten 10 Jahren leider so. Manche nennen es die "Sozialdemokratisierung" der CDU, die ihr eigenes Profil verloren habe. Stimmt! Schaut man mal in das Grundsatzprogramm oder die Wahlprogramme der CDU wird man unschwer feststellen, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit nach der Wahl erhebliche Unterschiede liegen. Und ja, es ist in weiten Teilen nicht einmal gelungen, das jeweils aktuelle Wahlprogramm an die Wählerinnen und Wähler zu bringen. Ergebnis: Die bittere Wahlniederlage der letzten Bundestagswahl. Und dafür gibt es Verantwortliche, sicherlich nicht die Menschen, die im Wahlkampf für die CDU eingetreten sind. Daher braucht die CDU neue Köpfe, nicht die, die das Wahldesaster zu verantworten haben.

Friedrich Merz ist nach meiner Wahrnehmung ein "neuer Kopf" mit Charisma. Charisma, mit dem er eine Vielzahl von Frauen und Männer in der CDU, darunter auch ein beträchtlicher Anteil von jungen Parteimitgliedern, nicht nur anspricht, sondern auch begeistert. Mit Christina Stumpp und Mario Czaja stellt er ein erfolgversprechendes, junges Team an seine Seite. Hatten wir schon lange nicht mehr in der CDU und darum wird es höchste Zeit, dass sich das ändert. Geht man von Umfragen innerhalb der Partei aus, dürfte Merz beste Chancen haben, Vorsitzender der CDU Deutschland zu werden. Und das würde ich sehr begrüßen! Auch wenn es Ferdinand Otto nicht zu gefallen scheint.

Die beiden anderen Kandidaten aber deshalb abzuqualifizieren, ist ebenso so schlecht wie sie zu unterschätzen. Die Kritiker sollten mal darüber nachdenken, wie froh die anderen Parteien wären, soviel Politikerinnen und Politiker mit Expertise in ihren Reihen zu haben. Vielleicht ist es deshalb nicht nur Angst vor der zukünftigen politischen Aufstellung der CDU, besten Chancen in der bürgerlichen Mitte zu punkten, sondern auch Neid.

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